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Großstädte in Deutschland - Wolfsburg

Wolfsburg ist eine Stadt in Norddeutschland, im Osten des Bundeslandes Niedersachsen. Die kreisfreie Stadt ist Sitz des Volkswagenkonzerns und bildet mit den Städten Braunschweig und Salzgitter eines der 7 Oberzentren des Landes. Wolfsburg ist nach Hannover, Braunschweig, Osnabrück, Oldenburg (Oldb) und Göttingen die sechstgrößte Stadt des Landes. Nächstgelegene größere Städte sind Braunschweig, ca. 26 km südwestlich, Magdeburg, ca. 64 km südöstlich, Hannover 74 km westlich und Hamburg, ca. 135 km nordwestlich von Wolfsburg. Die Einwohnerzahl der Stadt Wolfsburg überschritt 1972 die Grenze von 100.000, wodurch sie zur Großstadt wurde.

Geographie

Wolfsburg liegt am Südrand des Allerurstromtales am Mittellandkanal. Das Stadtgebiet greift im Süden auf die Hochfläche des Ostbraunschweigischen Flachlandes über.

Wappen

Beschreibung: Über grünem Schildfuß, darin silberne Wellenbalken, in Rot eine zweitürmige silberne Burg mit geschlossenem Tor, über den Mauerzinnen schreitend, ein widersehender blau gezungter goldener Wolf. Die Stadtflagge ist grün-weiß Bedeutung: Das Wappen wurde 1952 durch das Innenministerium des Landes Niedersachsens verliehen, nachdem es bereits 1947 in der Hauptsatzung festgelegt worden war. 1961 wurde es heraldisch verbessert und durch das Regierungspräsidium Lüneburg neu verliehen. Die Symbole Wolf und Burg spiegeln den Namen der Stadt wider ("redendes Wappen") und haben keinen direkten historisch überlieferten Bezug. Die Stadtflagge wurde bereits 1955 eingeführt.

Geschichte

1302 wurde die Wolfsburg als Sitz des Adelsgeschlechts derer von Bartensleben erstmals urkundlich erwähnt. 1372 folgte die erste urkundliche Erwähnung der Burg Neuhaus.

Am 26. Mai 1938 wurde der Grundstein für das Volkswagenwerk auf der Nordseite des Mittellandkanals gelegt, in welchem später der VW Käfer gebaut wurde. In unmittelbarer Nähe sollte eine neue Stadt entstehen. Daher wurde mit Wirkung vom 1. Juli 1938 durch Verordnung des Oberpräsidenten der Regierung zu Lüneburg die "Stadt des KdF-Wagens bei Fallersleben" im Landkreis Gifhorn durch Vereinigung der Gemeinden Rothehof-Rothenfelde und Heßlingen (einschließlich des Wohnplatzes Alt-Wolfsburg) sowie einzelner Grundstücke der Gemeinden Mörse (Gemarkungen Mörse, Hattorf und Barnstorf), Sandkamp, Fallersleben und Hattorf, alle zum Landkreis Gifhorn gehörig, gebildet. Das Zentrum der neuen Stadt sollte auf der Gemarkung "Alt-Hesslingen" entstehen. Bis Kriegsausbruch verließen jedoch nur wenige VW Käfer das Werksgelände. Während des Zweiten Weltkrieg diente das neu gebaute Autowerk vor allem der Rüstungsindustrie, so dass in den für die Käfer-Produktion gebauten Hallen, auch unter Einsatz von Zwangsarbeitern, Kübelwagen, Panzer und andere Rüstungsgüter produziert wurden. Durch den Kriegsausbruch kam es auch nie zur Verwirklichung der ursprünglichen Stadtplanung ("Koller-Plan"), die unter anderem eine Residenz für Hitler auf dem Klieversberg vorsah. Zu den wenigen verwirklichten Bauvorhaben zählt die (heute zum Parkplatz gehörende) Prachtstraße am Congresspark, welche nach der ursprünglichen Planung als Paradestraße für die fulminanten Aufmärsche der NSDAP nach dem Endsieg unter der (geplanten) Residenz des Führers genutzt werden sollte. Am 11. April 1945 wurde das Werk Ziel der Angriffe der Alliierten und zu zwei Dritteln zerbombt.

Am 25. Mai 1945 wurde auf Weisung der amerikanischen Besatzungsmacht die Stadt in "Wolfsburg" umbenannt. Damit erhielt sie ihren endgültigen Namen nach dem gleichnamigen Schloss bzw. Wohnplatz an der Aller. Das VW-Werk stand zunächst unter der Leitung des englischen Majors Hirst, welcher den Abtransport der Fertigungsmaschinen verhinderte in dem er dem Volkswagenwerk Aufträge durch die britische Regierung verschaffte. Nur durch diese Aufträge konnte das Volkswagenwerk nach Kriegsende bestehen bleiben und somit das Wachstum der Stadt Wolfsburg auslösen.

1951 schied die Stadt aus dem Landkreis Gifhorn aus und wurde eine Kreisfreie Stadt.

1955 lief der millionste Käfer in Wolfsburg vom Band. Dieses Ereignis wurde mit einem juwelenbesetzten Käfer (der Käfer mit der Nummer 1.000.000) gebührend gefeiert. In den Jahren des Wirtschaftswunders erlebte Wolfsburg einen enormen Zuwachs durch - vor allem italienische - Gastarbeiter.

1958 wurde das Rathaus der Stadt eingeweiht und 1960 wurde die Volkswagen GmbH wird in eine AG umgewandelt.

Im Zuge der niedersächsischen Kommunalreform wurden mit Wirkung vom 1. Juli 1972 vom Landkreis Gifhorn die Stadt Fallersleben und die Gemeinden Almke, Barnstorf, Ehmen, Hattorf, Hehlingen, Heiligendorf, Kästorf, Mörse, Neindorf, Sandkamp und Sülfeld sowie vom Landkreis Helmstedt die Stadt Vorsfelde und die Gemeinden Brackstedt, Neuhaus, Nordsteimke, Reislingen, Velstove, Warmenau und Wendschott nach Wolfsburg eingemeindet. Die Einwohnerzahl überschritt die 100.000 Grenze und Wolfsburg wurde zur Großstadt mit nahezu 131.000 Einwohnern. Für die eingemeindeten Orte wurden 11 vom Volk gewählte so genannte Orträte mit jeweils einem Ortsbürgermeister eingerichtet.

Mit Wirkung vom 1. Februar 1978 wurde die Stadt Wolfsburg aus dem Regierungsbezirk Lüneburg ausgegliedert und dem Regierungsbezirk Braunschweig zugeordnet. 1982 erhielt die Stadt einen direkten Autobahnanschluss (A 39) als Abzweigung von der A 2 Hannover-Berlin und 1988 wurde Wolfsburg Hochschulstadt (Fachhochschule Braunschweig-Wolfenbüttel). 1991 wurde die Verwaltung der Stadt neu organisiert. Zu den 11 Ortsräten aus dem Jahre 1972 kamen noch weitere drei hinzu (Detmerode, Westhagen und Nordstadt). Schließlich wurden 2001 noch die Ortsräte Stadtmitte und Mitte-West eingerichtet. Damit gibt es flächendeckend Ortsräte in der Stadt.

1997 startete die Stadt Wolfsburg ihren Internet-Auftritt.

In einer Sympathiekundgebung für den neuen VW Golf V hat die Stadt Wolfsburg vom 25. August bis 10. Oktober 2003 unter www.wolfsburg.de und auf den Ortsschildern alle Besucher mit dem Namen Golfsburg begrüßt. Diese Aktion fand bundesweit ihr Echo in der Presse, Rundfunk- und Fernsehnachrichten.

Religionen

Das Gebiet der heutigen Stadt Wolfsburg gehörte bis 1945 zu den beiden ehemaligen Ländern Hannover und Braunschweig. Daher gehörten die protestantischen Kirchengemeinden der Orte im heutigen Stadtgebiet Wolfsburgs auch zu diesen beiden Landeskirchen. An dieser Zugehörigkeit hat sich bis heute nichts geändert. So gehören die Kirchengemeinden der Innenstadt und des westlichen Stadtgebiets zum Kirchenkreis Wolfsburg innerhalb des Sprengels Hildesheim der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannovers und die Kirchengemeinden des östlichen Stadtgebiets zur Propstei Vorsfelde der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Braunschweig.

Von Anfang an zogen jedoch auch Katholiken nach Wolfsburg. Sie gehörten alle zum Bistum Hildesheim, das später in Wolfsburg ein eigenes Dekanat errichtete, zu dem heute alle Pfarrgemeinden der Stadt gehören.

Neben den beiden großen Kirchen gibt es auch Gemeinden, die zu Freikirchen gehören, darunter die Adventgemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten, eine Evangelische Baptistenbrüdergemeinde, eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten), das "Christus Zentrum Wolfsburg" (CZW LAMMBURG, zum Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden gehörig), die Gemeinde Gottes und eine Gemeinde (St. Michael) der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK).

Wirtschaft

Verkehr

Durch das westliche Stadtgebiet von Wolfsburg führt die Bundesautobahn A 39, die nördlich der Stadt im Kreis Gifhorn beginnt und Richtung Süden auf die Autobahn A2 Braunschweig-Berlin führt. Ferner führen folgende Bundesstraßen durch die Stadt: B 188 (Burgdorf-Gardelegen) und B 248 (Braunschweig-Salzwedel), die zum Teil durch die A39 ersetzt und abgestuft wurde. Der Wolfsburger Hauptbahnhof liegt an der Bahnlinie Hannover-Stendal-Berlin. Außerdem gibt es den Bahnhof Wolfsburg-Fallerseleben, in dessen Nähe die Bahnlinie nach Braunschweig-Göttingen-Frankfurt am Main abzweigt (Weddeler Schleife). Die Bahnhöfe Wolfsburg-Vorsfelde an der Stendaler Strecke und der Bahnhof Wolfsburg-Ehmen an der Braunschweiger Strecke wurden stillgelegt.

Den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bedienen zahlreiche Buslinien der Wolfsburger Verkehrs-GmbH (WVG)

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Theater

Das Theater Wolfsburg wurde 1973 eröffnet. Es hat kein eigenes Ensemble.

Museen

  • Kunstmuseum Wolfsburg (zeitgenössische und moderne Kunst)
  • AutoMuseum Volkswagen, eröffnet 1985
  • Stadtmuseum im Schloss Wolfsburg
  • Hoffmann-von-Fallersleben-Museum
  • Erlebnispark Landleben (historisches niedersächsisches Dorf)

Bauwerke und Einkaufsmöglichkeiten

Die Wolfsburg, ein Weserrenaissance-Schloss aus dem 13. Jahrhundert, erstmals erwähnt 1302 als Sitz eines märkischen Adelsgeschlechts derer von Bartensleben, gab der Stadt ihren Namen. Das Schloss beheimatet das Stadtmuseum mit wechselnden Kunstausstellungen und ist das älteste und kunsthistorische bedeutendste Bauwerk der Stadt. Es gilt daher als Wahrzeichen der Stadt.

Die Burg Neuhaus ist eine mittelalterliche Wasserburg aus dem 14. Jahrhundert und befindet sich seit 1981 im Besitz der Stadt. Im Stadtteil Fallersleben befindet sich ein 1547 erbautes Schloss, das Witwensitz der Herzogin Clara von Braunschweig war. Dieses Schloss befindet sich in unmittelbarer Nähe der Innenstadt von Fallersleben und beheimatet sein 1991 das "Hoffmann von Fallersleben"-Museum. Ferner lohnt auch die "Brauerei Fallersleben" einen Besuch. Neben diesen historischen Bauwerken gibt es noch zahlreiche alte Kirchen in den eingemeindeten Orten. Ansonsten sind bei einer so jungen Stadt folglich keine historischen Bauwerke zu erwarten. Sehenswert sind aber vor allem einige neu erbauten Kirchen, darunter die Heiliggeist-Kirche im Stadtteil Klieversberg und die Stephanuskirche in Detmerode, die beide, ebenso wie das Alvar-Aalto-Kulturzentrum mit Bibliothek von dem finnischen Architekten Alvar Aalto erbaut wurden. Auch der berühmte Architekt Hans Scharoun wirkte in Wolfsburg. Er erbaute das städtische Theater.

In der Innenstadt wurde 1980 die bis dahin noch befahrbare Porschestraße zur Fußgängerzone umgewandelt und damit eine moderne City einer Großstadt geschaffen. Sie teilt den Haupteinkaufsbereich der Innenstadt in drei Teile: "Nordkopf", "Porschestraße Mitte" und "Südkopf". Die "Porschestraße Mitte" ist vor allem durch seine Wasserlandschaft und die vielen Sitzgelegenheiten ein reizvoller Ort um sich beim Einkauf ein wenig zu entspannen. Auch die 2001 fertig gestellte "City-Galerie" befindet sich in diesem Abschnitt der Fußgängerzone. 1990 wurde der Südkopf ausgebaut, wobei die Einkaufspassage "Südkopf-Center" (von den Wolfsburgern aufgrund der Form auch "Schiff" genannt) entstand. Am Südkopf befindet sich auch die Wolfsburger "Kulturmeile", bestehend aus Theater, Kongresspark (Stadthalle) und Planetarium. 1994 wurde das Kunstmuseum Wolfsburg, ein weiterer Teil der "Kulturmeile" Wolfsburgs, eröffnet. Unweit der Fußgängerzone befinden sich auch die beiden Hauptkirchen der Stadt, die evangelische Christuskirche und die katholische St. Christoph-Kirche. Neben der Innenstadt von Wolfsburg sind auch die Innenstädte der Stadtteile Fallersleben und Vorsfelde als Einkaufsmöglichkeit zu erwähnen, wobei diese vor allem durch ihre historische Altstadt einen (Einkaufs)Bummel wert sind.

In Wolfsburg wurden im Jahre 2000 die Autostadt (nördlich des Mittellandkanals) und das CinemaxX eröffnet, 2002 die neue Volkswagen Arena gegenüber der Autostadt. Neben der Volkswagen-Arena liegen der "Eispalast", das Heimatstadion der "Grizzly Adams" (EHC Wolfsburg), das "Badeland" und der Allersee im "Allerpark".

Im Sommer 2004 wird in Kästorf der "Erlebnispark Landleben" mit einem historischen niedersächsischen Dorf und Gastronomie eröffnet.

Noch im Bau befindet sich das "Phaeno", ein Science-Center wie es auch in Bremen zu finden ist. Das "Phaeno" entsteht nach den Plänen von Zaha Hadid, womit sich ein weiterer Architekt, bzw. eine weitere Architektin, mit einem Gebäude in der Stadt verewigt. Eröffnung soll im Jahr 2005 sein.

Vom 23. April bis zum 10. Oktober 2004 findet in Wolfsburg die zweite Niedersächsische Landesgartenschau statt.

Regelmäßige Veranstaltungen

  • Mai: Schützenfest im Allerpark
  • Altstadtfest Fallersleben
  • Dezember: Weihnachtsmarkt im Hof des Schlosses Wolfsburg

und in der Fußgängerzone in der Innenstadt

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